Gräfenhainichen setzt seinen Weg fort: Stadt mit neuer Energie

Einladung zum Einwohnerforum am 29. April in der Paul-Gerhardt-Kapelle um 19.00 Uhr

 
Die nächste Phase im Stadtumbau wird eingeleitet. Die Gartenstraße hat sich gravierend verändert. Der demografische Wandel hat Abrissflächen geschaffen. Dank umfangreicher Förderung konnte der Stadtumbau in Gräfenhainichen erfolgreich angepackt werden. Noch ist er nicht abgeschlossen. Zugleich besteht die Chance, das bisher Erreichte kritisch zu würdigen und für den weiteren Stadtumbau neue Akzente zu setzen. Dafür ist auch ein Rückblick am Beginn der neuen Planung für die neue Stadtumbauphase hilfreich. 
Vor acht Jahren wurde die Idee geboren: Stadt mit Neuer Energie. Bewohner regten bei einer Einwohnerversammlung dazu an, über neue Energie beim Stadtumbau nachzudenken. Geschehen ist dies bei der Erarbeitung des Beitrages der Stadt zum Bundeswettbewerb Stadtumbau-Ost im Rahmen der ersten Charrette in Gräfenhainichen. Die Jury würdigte den Beitrag der Stadt mit einem ersten Preis. Das motivierte und verschaffte bundesweite Anerkennung. Aus dem erfolgreichen, in öffentlicher Debatte erarbeiteten Wettbewerbsbeitrag wurde ein Stadtentwicklungskonzept gefertigt – die Grundlage, um Fördermittel beantragen zu können. Der Stadtrat beschloss dieses 2005. In die nun zu Ende gehende Internationale Bauausstellung in Sachsen-Anhalt wurde Gräfenhainichen mit dem Thema „neue Energie“ nicht aufgenommen. Doch die Umsetzung wurde von den Wohnungsunternehmen in Angriff genommen – es blieb keine Zeit, der Leerstand bedrohte die ökonomische Existenz der Unternehmen. Es wurde gehandelt. Die Abrissergebnisse sind heute sichtbar und die beiden Wohnungsunternehmen sind wirtschaftlich gesichert. Zugleich haben diese beiden Hauptakteure im Stadtumbau jeweils Modellprojekte im Wohnungsneubau im innenstadtnahen Gebiet mit regenerativer Energieversorgung als Schritt zur Umsetzung des Konzeptes realisiert. Beide Objekte erfreuen sich großer Beliebtheit. Damit sind Zeichen gesetzt worden, wohin der Weg einer Stadt mit Neuer Energie gehen kann. Aber nicht alles ist gelungen. Die Umstellung der Nahwärmeversorgung auf Energie aus nachwachsenden Rohstoffen aus der Region war das Ziel. Hier wurden Fehler gemacht, die heute korrigiert werden müssen, denn statt Rapsöl aus der Region kam Palmöl zu Einsatz. Auch das gehört zur Bilanz der ersten Schritte. Doch die beharrlichen Bemühungen, am Ziel festzuhalten und erste Bausteine umzusetzen wurde erneut beachtet: Die Stadt wurde vom Bundesbauministierium ausgewählt, in einem Modellprojekt des Bundes zur „energetischen Stadterneuerung“ mitzuwirken. Das ermöglicht der Stadt, das Stadtentwicklungskonzept fortzuschreiben – eine unbedingte Voraussetzung, um zukünftig Förderungen zu erhalten und zugleich die nächsten Schritte beim Stadtumbau öffentlich zu erörtern und zu konzipieren. Der Stadtumbau wird weiter gehen, er wird aber im Bereich des Poetenweges anders aussehen als in der Gartenstraße. Wie, das soll diskutiert werden. Zugleich stehen Fragen zur Gestaltung der frei gewordenen Flächen in der Gartenstraße oder die breite Anwendung von Energiesparmaßnahmen, die Umstellung auf erneuerbare Energien in öffentlichen Gebäuden etc. Die Bürger und Unternehmen der Stadt wollen nicht nur einbezogen werden, sie wollen sich auch selbst mit Ideen und Projektvorschlägen einbringen. Dazu soll erneut mit einer Charrette Gelegenheit gegeben werden.

Den Auftakt bildet das Einwohnerforum am 29. April, 19.00 Uhr, in der Paul-Gerhardt-Kapelle. An diesem Tage beginnt auch der öffentliche Arbeitsprozess, der bis Ende Juli auch an diesem Ort regelmäßig stattfinden wird.

Die genauen Termine der öffentlichen Planung und Projektdiskussion sind:

Am 27. und 28. Mai, am 17. bis 18. Juni und dann zum Abschluss in der Stadtumbauwoche vom 24. bis 30. Juli. Anfang August wird dann das fortgeschriebene Konzept für die Stadt mit Neuer Energie dem Stadtrat vorgelegt werden. Alle sind herzlich eingeladen, sich mit Ideen, Anregungen, Kritiken und Projektvorstellungen einzubringen. Das weitere konkrete Vorgehen wird dann bereits beim Einwohnerforum besprochen.

Tags: , ,

Kommentarfunktion ist deaktiviert