Gräfenhainichen ist eine von 15 “ExWoST – Modellstädten”

Mit dem Forschungsprogramm "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) unterstützt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) seit nunmehr 15 Jahren innovative Planungen und Maßnahmen in den Bereichen Wohnungs- und Städtebau.

Das methodische Vorgehen des Forschungsvorhabens basiert auf der Begleitung von Modellvorhaben in 15 beteiligten Städten in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die systematische Analyse und Auswertung von Erfahrungen bei der Umsetzung von Konzepten undMaßnahmen sollen Möglichkeiten und Grenzen typischer Maßnahmen zur energetischen Stadterneuerung zeigen und Hinweise für die zukünftige Schwerpunktsetzung der energetischen Stadterneuerung geben.

Modellvorhaben: Bilanzielle Energieautarkie der Stadt Gräfenhainichen

Bundesland Sachsen Anhalt
Einwohnerzahl: 7.831
Bevölkerungsentwicklung 2001-2007 (%): -15,7

Kontext
 
Gräfenhainichen besitzt seit 2005 eine Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes Stadtumbau-Ost, welches die Strategie in Bezug auf die Umsetzung einer energetischen Stadterneuerung definiert.

Projektbeschreibung
 
Das Stadtentwicklungskonzept folgt dem Leitbild "Stadt mit neuer Energie". Dies heißt für Gräfenhainichen: Stadtumbau als Umbau der Energiewirtschaft und der Bausubstanz auf Basis erneuerbarer Energien und regionaler Wirtschaftskreisläufe durch breite Mitwirkung der Bürgerschaft, der Unternehmen und Verwaltungen.
 
Maßnahmen
 
Auf dieser konzeptionellen Basis sollen im Rahmen des ExWoSt-Forschungsfeldes folgende drei Maßnahmen umgesetzt werden:
 
• Umstellung des Blockheizkraftwerks (BHKW) auf Biogas
 
Ein Teil der im örtlichen Fernwärmenetz genutzten Energie wird mit einem Erdgas-betriebenen BHKW erzeugt. Dieses befindet sich im Eigentum der städtischen Energieversorgung. Das BHKW soll auf Biogas umgestellt werden. Aufgrund der räumlichen Entfernung zwischen Biogasanlage und BHKW muss entweder eine neue Leitungstrasse errichtet oder das Biogas aufbereitet und in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden. Derzeit werden diese beiden Varianten ökonomisch und technisch untersucht.
 
• Schaffung von Schnellumtriebsplantagen zur Biomassegewinnung
 
Kommunale Brachflächen sollen zur Biomasseproduktion genutzt werden. Parallel dazu wird die Möglichkeit in Erwägung gezogen, auf diesen Flächen Klärschlamm auszubringen und dadurch das Pflanzenwachstum zu unterstützen. Dieses Projekt befindet sich in der Konzepterarbeitung.

• Einrichtung eines Bürgerinformationszentrums Energie
 
Ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des Leitbildes ist die Information und Beratung der Bürger. Zum einen ist ein Internetportal geplant, welches umfassend die Informationen zur Energieeinsparung, der Effizienzverbesserung und dem Einsatz regenerativer Energien in Gräfenhainichen darstellt. Weiterhin soll dieses Portal mittelfristig durch "reale" Energieberatung unterstützt werden. Für dieses Vorhaben wird momentan die Finanzierung geklärt.
 
Eingebundene Akteure

Stadtverwaltung, Wohnungsgesellschaften, Wärme- und Energiegesellschaft GmbH
 
Steckbrief der Modellstadt Gräfenhainichen zum Download    PDF – 388 KB

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Eine Reaktion to “Gräfenhainichen ist eine von 15 “ExWoST – Modellstädten””

  1. Karola Schmidt:

    Seht geehrter Damen und Herren,

    Sehr geehrter Bürgermeister,

    das Konzept erneuerbare Energie ist ja vieleicht recht populär,

    wenn aber die Taktik der Gewinnmaximierung bei der so gelobten Fernwärme weitergeht werden Sie immer mehr Kunden verlieren und das ganze System wird unwirtschaftlich.

    Aus meiner Tätigkeit kenne ich Beispiele, wo der Schritt zur dezentralen Wärmeversorgung bereits abgeschlossen wurde und weitere Trennungen vom Fernwärmenetz in Planung sind.

    Diese Ideen  und eventuelle Konsequenzen, was die Kosten angeht, sollten endlich mit der Bevölkerung besprochen werden. Es nutzt Niemandem wenn Ideen geboren werden, die wiederum viel Geld kosten, die dann niemand haben will.

     

     

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